Forschung für die zivile Sicherheit

Die Polizei Stuttgart geht in Sachen Sicherheit neue Wege und betätigt sich aktiv in der Sicherheitsforschung.
Im Projekt ESCAPE entwickelt die Polizei in Zusammenarbeit mit Forschungsinstitutionen eine Software, um die Räumung großflächiger Areale realitätsnah simulieren zu können. Vor allem dann, wenn mehrere Großveranstaltungen gleichzeitig geräumt werden müssen, wird die Lage schnell komplex. Personenstromsimulationen sollen dabei helfen, Sicherheits- und Räumungskonzepte, wissenschaftlich basiert, zu verbessern. Auf diese Weise machen wir den Besuch von Massenveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger noch ein Stück weit sicherer.

ESCAPE schließt eine wesentliche Lücke zwischen den gängigen Besuchersimulationen und den steigenden Anforderungen an die konzeptionelle Planung paralleler Veranstaltungen. Sicherheitsplaner, Veranstalter sowie Polizei, Feuerwehr oder Infrastrukturbetreiber erhalten auf diese Weise die gleichen Informationen und können zielgerichtet, schnell und effizient die Planung von Großveranstaltungen durchführen.

Steckbrief

ESCAPE

Forschungsthematik

Multiskalare mikroskopische Simulation von Besucherströmen bei parallel stattfindenden Großveranstaltungen

Projektzeitraum

03/2020 - 02/2022

Projektpartner

Assoziierte Projektpartner

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Projektleiter C. Höfler

„Die Sicherheit der Veranstaltungsteilnehmenden hat für uns oberste Priorität. Um bundesweit von den Forschungsbefunden zu profitieren, stehen wir in engem Kontakt zu anderen Polizeipräsidien in Deutschland.“

Polizeidirektor Carsten Höfler (Projektleiter)

Forschungshintergrund

In Deutschland finden zahlreiche Großveranstaltungen und Versammlungen mit Tausenden von Besucherinnen und Besuchern gleichzeitig und in unmittelbarer Nähe zueinander statt. Müssen solche Gebiete aufgrund einer akut auftretenden Gefährdungslage (z.B. Terroranschläge, Unwetter) geräumt werden, können die Besucherströme im Ernstfall kollidieren. Die Möglichkeit, solche komplexen Szenarien mittels Personenstromsimulationen zu analysieren, fehlt bisher.

 

Unser Projektziel

Um den Sicherheitsbehörden ein probates Simulationswerkzeug an die Hand zu geben und die polizeiliche Vorplanung von Großveranstaltungen zu optimieren, beteiligt sich das Polizeipräsidium Stuttgart federführend an der Erforschung neuer, anwenderfreundlicher Simulationstechnologien.
Gemeinsam mit der Firma accu:rate und dem Fraunhofer IOSB erarbeitet das Polizeipräsidium Stuttgart im Rahmen des Projekts ESCAPE ein Simulationswerkzeug, das es ermöglicht, sicherheitsrelevante Wechselwirkungen von zeitgleich stattfindenden Großveranstaltungen zu simulieren.

Die Forschungslücke

Relevante Veranstaltungsflächen sind üblicherweise so groß, dass eine rein mikroskopische Personenstromanalyse zu rechenaufwändig ist. Ziel des Forschungsprojektes ist es daher, den Simulationsbereich so aufzuteilen, dass lediglich identifizierte kritische Bereiche wie kritische Engstellen mit dem mikroskopischen Modell simuliert werden, während die restlichen Bereiche mit dem makroskopischen Modell simuliert werden. Auf diese Weise wird den Sicherheitsbehörden ermöglicht, Räumungssituationen auch bei großflächigen Veranstaltungs- und Versammlungsbereichen effizienter einschätzen zu können.

Der Forschungsansatz

Um das Projektziel zu erreichen, wird accu:rate die Simulationssoftware so erweitern, dass festgelegte Bereiche mit dem makroskopischen Modell simuliert werden können, und ein Wechsel zwischen den Modellen möglich ist. Zusätzlich soll eine automatische Erkennung der kritischen Bereiche integriert werden. Außerdem wird die Visualisierung der Simulationsergebnisse erweitert, sodass die kritischen Bereiche detailliert betrachtet werden können. Mit Hilfe der erweiterten Software werden anschließend zwei parallel stattfindende Veranstaltungen im NeckarPark Stuttgart beispielhaft simuliert und die Ergebnisse mit Realdaten verglichen.

Unser Vorgehen

Ansprechpartner ESCAPE

Forschungsteam ESCAPE am Polizeipräsidium Stuttgart:

Projektleitung: Carsten Höfler

Projektmitarbeiter: Daniel Reichert

Projektmitarbeiterin: Julia Dupont

Gruppenfoto Projekt ESCAPE
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